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Hier ein Auszug aus der Geschichte von Rückershausen:

Dieser Artikel wurde uns freundlicher Weise vom Ortsbeirat Rückershausen zur Verfügung gestellt. 
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Aus der Geschichte von Rückershausen
Rückershausen wurde durchaus zufällig zuerst 1213/1215 und so noch 1315 als Rukershausen erwähnt. Der Ortsname ist als bei den Häusern Rutger zu deuten.
Das kleine Dorf ist aber viele Jahrhunderte älter. Die von dem Stammvater der Konradiner, dem Grafen Gebhard vom Niederlahngau, gegründete Stiftskirche im nahen Gemünden erhielt 879 mit der Kirche in Kettenbach den Zehnten in Rückershausen an der Aar. Die beiden Orte mit dem gleichen Namen im Niederlahngau, dort im Südwesten im Taunus, hier an der Nordostgrenze, sind wohl zur gleichen Zeit entstanden. Dort im Kirchspiel Kettenbach waren die Konradiner zugleich auch Grundherren. Auch hier war alter Besitz der Konradiner, der mit Weilburg ans Hochstift Worms kam, von dem die mit den letzten Konradinern verwandten Herren von Merenberg ihr Burg und einige Dörfer ringsum zu Lehen trugen.
Ausdrücklich genannt werden diese und dabei auch Rückershausen, zuerst in Wormser Lehenbriefen für die Grafen von Nassau-Weilburg 1486 bis 1720, die nach dem Aussterben der Herren von Merenberg Burg und Herrschaft Merenberg 1328 geerbt hatten und unbestritten mit oberem und niederem Gericht volle Landeshoheit besaßen. Rückershausen teilte unter Nassau-Weilburg die Geschicke der Herrschaft und des Amtes Merenberg. Im Austausch gegen zwei Drittel des Amtes Löhnberg kam Rückershausen 1773 mit dem Kirchspiel Neunkirchen von Nassau-Weilburg an Nassau-Oranien. Es wurde zunächst dem Amtskollegium in Hadamar unterstellt, dann seit 1775 vom Amt Mengerskirchen verwaltet.
Mit Mengerskirchen blieb es in der Mairie Neunkirchen auch unter der französischen Verwaltung im Großherzogtum Berg 1806 bis 1813 verbunden. Vorübergehend kam es 1813 an Nassau-Oranien zurück, dann im Austausch 1815 ans Herzogtum Nassau. Mit Neunkirchen kam Rückershausen 1816 vom aufgehobenen Amt Mengerskirchen zum Amt Rennerod und 1866 an Preußen, 1867 zum Oberwesterwaldkreis in Marienberg und 1885 zum Oberlahnkreis in Weilburg, der 1945zum heutigen Land Hessen kam und danach im Kreis Limburg-Weilburg aufging.
Dem Kloster Seligenstatt bei Seck, das die Herren von Runkel mit anderen Miterben vor 1181 gegründet hatten, wurde vom Erzbischof Dietrich von Trier 1213/1215 mit seinem Besitz, auch eine Mühle in Rückershausen bestätigt.
Die Herren von Runkel, die sich bald danach in Linien zu Runkel und Westerburg aufteilten, waren in und um Seck auch Erben der Konradiner. Von der Mühle in Rückershausen hatte Seligenstatt um 1330 noch 2 Schillinge Jahreszins. Ein Mühlenwasser, ein Mühlgraben wird hier noch 1687 erwähnt, doch gab es 1789 keine Mühle mehr in Rückershausen. Ein 1370 genannter Hof der Familie Obentraut, den man früher hier vermutete, lag drüben in dem Dorf an der Aar. Es ist auch nicht völlig sicher, nach welchem Ort sich ein Ruker von Rückershausen in Limburg 1317 nannte.
Vom Zehnten in Rückershausen hatte 1315 Gottfried von Walderdorf einen Teil von den Herren von Greifenstein zu Lehen, einen anderen Teil bezog 1413 Nassau-Weilburg zur Kellerei Merenberg.
Lehen von Nassau-Weilburg war ein Teil, den Friedrich Walpod von Pfaffendorf 1435 an Nassau-Weilburg vertauschte. Später hatte die Rode von Weilburg ein Drittel, das vor 1680 an Nassau-Weilburg kam.
Zwei Drittel hatte vor 1600 die Familie Hungrighausen, später von Hungrighausen, von den Erben der Familie von Hesppenberg gekauft. Nassau-Oranien erwarb diese 1786 und besaß 1789 den Zehnten allein. Es wurde hier jedoch 1789 und von der Domäne 1828 nur die elfte Garbe erhoben und der Zehnte insgesamt 1848/50 abgelöst.. Geld- und Ölzinse hatte hier 1555 die Kirche in Mengerskirchen. Sonst gab es hier keinen Besitz von Adel und Kirche.
Rechnungs- und Bauwesen der Gemeinde besorgte 1750, 1775 und noch 1816 ein jährlich wechselnder Bürgermeister. Für andere Aufgaben und das Feldgericht gab es 1750 und 1775 zwei Geschworene im Dorf. Einem Vorsteher standen 1807 zwei Gemeindedepudierte zur Seite. Die beiden Flurschützen hatten 1789 auch die Aufsicht über den kleinen Gemeindewald. Die Gemeinde hatte 1750 ein Gemeindebackhaus und ein Hirtenhaus. An der Spitze der Gemeinde stand unter französischer Verwaltung 1810 ein Munizipalrat Peußer. Im Herzogtum Nassau verwaltete ein Schultheiß Johann Peuser 1816 -1834 und Johann Adam Peuser 1835 - 1848, mit zwei Vorstehern und dem Gemeinderechner die Gemeinde. Nach dem Revolutionsjahr 1848 eröffneten Peter Peuser 1848 – 66, Chr. Beck 1870 - 83 und Theodor Krämer 1889 - 1916 die Reihe der gewählten Bürgermeister.
Seit dem 31.12.1970 ist Rückershausen als Ortsteil wieder mit Merenberg verbunden.
Kirchlich gehörte Rückershausen zunächst sicher zum Kirchspiel Lahr.
Als Nassau-Weilburg in der Reformationszeit Merenberg von Lahr löste und der Pfarrei Allendorf zuteilte, kam Rückershausen vorübergehend zur Pfarrei Mengerskirchen, die im Mittelalter bereits zu dem im Oberlahngau eingerichteten Archipresbyterat Wetzlar gehört hatte. Zur Visitation erschienen die Leute aus Rückershausen, die unter Nassau-Weilburger Obrigkeit saßen, schon 1563 nicht mehr in Mengerskirchen. Sie hielten sich damals wohl schon und nicht erst seit 1605 zur Pfarrkirche in Allendorf.
Der Pfarrer von Allendorf hielt 1716 an jedem zweiten Feiertag und 4. Sonntag Gottesdienst auch für Rückershausen in der Kapelle in Reichenbom. Dort wurden auch im Winter die Kinder getauft.
Die Toten wurden 1716 noch bei Merenberg begraben. Beim Austausch 1773 wurde Rückershausen der Pfarrei Neunkirchen zugeteilt. In Rückershausen wurde jedoch vor 1789 nahe beim Dorf ein Friedhof angelegt, den man 1845 etwas weiter vom Dorf weg verlegte.
Zur Schule gingen die Kinder in die Amtsschule nach Merenberg bis 1708 in Reichenborn ein Schulhaus erbaut wurde. Beide Gemeinden Rückershausen und Reichenborn erhielten seit 1710 gemeinsam einen Schulmeister. Von dieser Schule wurde Rückershausen 1773 auch abgetrennt. Es wurde ein eigener Schulmeister bestellt und 1788 ein eigenes Schulhaus gebaut.
Der Schullehrer Johannes Knorz, der 1812 starb, war ein Sohn des Schulmeisters Johann Jakob Knorz in Neunkirchen, der von 1720 bis 1748 in Reichenborn die Kinder aus Rückershausen unterrichtet hatte.
Seit 1816 wurde Rückershausen erneut von den Schullehrern aus Reichenborn versehen. Nach langem Streit wurde dieser Schulverband aufgelöst und 1882 wieder ein eigener Lehrer für die kleine Schule in Rückershausen bestellt, die dem Dorf noch viele Jahrzehnte erhalten blieb.
Die Gemarkung war 1828 nur 483 Morgen groß (Ackerland 295, Wiesen 137, Wald 38 Morgen), doch hatten die Einwohner noch größeren Grundbesitz in der angrenzenden Gemarkung Mengerskirchen. Dort kam es 1565/66, 1766/67 und 1838 zu mancherlei Streitigkeiten. Um die Weide gab es auch sonst Streit, 1573/76 mit Winkels und 1838 mit Reichenborn. Neben der Landwirtschaft gab es wenig Gewerbe. 1828 je einen Schneider, Schuhmacher und Wirt.
Es gab hier 1612 und 1627 6 Haushalte, 1612 mit 18 und 1627 mit 17 Kühen. Nach dem 30-jährigen Krieg waren es 1651 noch drei Mann: Christ Meusser, Thebeß Hofmann und Wilhelm Seelbach der eben erst von Arborn zugezogen war.
Auch 1657 waren es nur 3 Fuhrleute. Später zählte man hier 1700: 5, 1750: 11 Haushalte, dann an Einwohnern: 1789: 48 in 11 Häusern, 1807: 78 Einwohner in 19 Familien, 18 Bauern, 1 Handwerker, mit 14 Ochsen, 28 Kühen, 3 Rindern und Kälbern, 31 Schafen und 19 Schweinen, 1818: 97 (22 Familien), 1851: 111 (30 Familien), 1900: 105 (21 Haushalte), 1925: 119 (24 Haushalte). Rückershausen war und ist nur ein kleines Dorf, wie viele andere, seinen Einwohner war es über viele Jahrhunderte in guten und bösen Tagen viel mehr.
Es war ihre Heimat.

Besuchen Sie doch die Internetseiten des Ortsbeirates von Rückershausen unter:

http://www.ortsbeirat-rueckershausen.de/index.html

 
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