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Gästebuch
| | "Burgbewohner von Merenberg",
etwas über die Geschichte der Burg Merenberg:
Nordwestlich von Weilburg, an der Straße nach Rennerod, liegt auf einem Basaltkegel hoch über dem Dorf Merenberg die Ruine einer alten Burg. Erhalten blieben der weithin sichtbare runde Bergfried, eine
hohe Ecke des dreistöckigen Palas sowie Reste von Außenmauern und Kellern. Etwas tiefer liegen das Plateau einer Vorburg und ein schmaler Zwinger.
Der Herkunft der Herren von Merenberg ist ungeklärt. Urkundlich wurden sie erstmals 1129 genannt, doch muss ihre Burg um diese Zeit als Lehen des Bistums Worms schon bestanden haben. Wann und von wem sie erbaut wurde, ist unbekannt. Hartrad II. von Merenberg, der zwischen 1141 und 1186 erwähnt wurde, hatte
Irmgard von Gleiberg geheiratet, eine der beiden Töchter des Grafen Otto, des letzten Gleibergers. Daher fielen 1163 die Hälfte der Herrschaft Gleiberg mit der Burg und dazu einige Centen im Oberlahngau an die Merenberger, welche dazu auch die gräflichen Rechte erbten. 1186 gründeten die Grafen Hartrad und Giso von Merenberg ein Nonnenkloster in Hachberg, welches dem Erzb. Mainz unterstellt wurde. 1292 besaßen die Merenberger die Reichsvogtei über Wetzlar und 1292 war
Gottfried von Merenberg Kastelan der Reichsburg Kalsmunt bei Wetzlar. Hartrad VI. von Merenberg verkaufte 1310 die Calenberger Cent, das Gericht Löhnberg und noch einige Güter an Graf Johann I. von Nassau-Dillenburg. Mit ihm starb 1328 das Geschlecht der Merenberger aus, doch hatte er 1326 von Kg. Ludwig d. Bay. noch das Privileg der Erbfolge für seine Töchter erwirken können. Während Lisa v. Merenberg mit einer Abfindung in ein Kloster ging, heiratete 1333 Gertrud den Grafen Johann von Nassau-Weilburg, den Stifter der alten Weilburger Linie. Damit fielen Burg und Herrschaft Merenberg, die Gleiberger Hälfte und die Reichsvogtei über Wetzlar an Nassau. Die Burg diente nun zeitweilig als Sommersitz und war im 16. und 17. Jhdt. noch von einem Amtmann bewohnt. Sie wurde im 30jährigen Krieg 1634 (1646) durch Feuer zerstört und nicht wieder aufgebaut. Im 13. und 14. Jhdt. war die Burg mit Burgmannen besetzt, von denen besonders die niederadeligen Ritter Rübsamen von Merenberg zu nennen sind.
Aus dem Buch: Mittelalterliche Burgen in Hessen - Rudolf Knappe - Warberg Verlag
Dieser Bericht wurde uns freundlicher Weise von Herrn
Hermann Götzler aus Merenberg zur Verfügung gestellt.
Historischer Überblick über Merenberg:
Merenberg hat eine lange Vergangenheit. Die erste Erwähnung in Urkunden
findet man aus dem Jahre 1129. Im Jahre 1290 wurde dem Rittersitz das Stadtrecht
erteilt. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Merenberg das Stadtrecht wieder
aberkannt.
In 1868 gingen die Grafen von Merenberg aus der Ehe zwischen Prinz Niklaus
von Nassau und Natalie Puschkin (Tochter des Russischen Dichters Alexander
Puschkin) hervor. Durch die Tatsache, dass sich ein Fürst von Nassau an
die ältesten Ursprünge seines Hauses erinnerte, zeigt sich die Bedeutung von
Merenberg und dessen Wahrzeichen, die Burgruine (s.o.).
Die ehemalige Grafschaft Merenberg wurde fast komplett zur heutigen Gemeinde
Merenberg.
In der heutigen Zeit bewegen die Gemeinde modernere Probleme, wie zum
Beispiel der 4-spurige Ausbau der B 49.
Nachfolgend finden Sie eine Zusammenstellung historischer
Daten und Fakten rund um Merenberg, die uns freundlicher Weise von Herrn Pfarrer
Michael Weber vom evangelischen Pfarramt Merenberg überlassen wurden.
Herr Pfarrer Michael Weber:
"Die Merenberger Burgruine (Historisches zur Burg)
Meine Damen und Herrn,
ich werde nun versuchen ganz kurz Ihnen einen historischen Überblick zu der Merenberger Burgruine zu geben.
Ich greife im folgenden auf die hervorragenden Untersuchungen und dem daraus folgenden Bericht des
Heimatforschers Adolf Perlemann zurück. Sein ausführlicher Bericht über die Stadt Merenberg und die Burg der Herren von Merenberg befindet sich in der Festschrift zu der 850jährigen Feier. Sehr zu
empfehlen sind auch die dortigen Berichte zu den Kirchen von Merenberg. Dieser Bericht wurde von Frau und Herr van Oordt geschrieben. Sie werden an Hand dieser Berichte feststellen können, wie eng die Bewohner dieser Burg und Stadt mit ihren Kirchen verbunden waren. Ein deutlicher Hinweis in diese Richtung ist das Merenberger Wappen: Es besteht aus 13 christlichen Kreuzen. In der Mitte, das schon immer im Wappen vorhandene Andreas- oder liegende Kreuz. Die anderen 12 griechische oder gleicharmige Kreuze dürften erst später hinzugekommen sein. Pfr. Schmidtborn weist in seinem 1819 geschriebenen Buch "Die Dynasten von Merenberg" darauf hin, dass die 12 kleinen Kreuze auf einem alten Siegel nicht zu sehen sein. Auf jeden Fall steht fest, dass zu seiner Zeit, also 1819, das Merenberger Wappen 13 Kreuze hatte. Es ist selten der Fall, dass
ein Stadt- oder Ortswappen so viele Kreuze oder sogar nur christliche Kreuze in seinem Wappen hat.
Als alte Urkunde ist der Freiheitsbrief von 1290 zu erwähnen. In diesem gewährt König Rudolf von Habsburg Merenberg die ersten Stadtrechte. Als Vergleich: Weilburg erhielt
5 Jahre später die Stadtrechte. Die Bedeutung der Merenberger Burgherrn gipfelt in der Vermählung der Gertrud von Merenberg mit Johann von Nassau.
1333 wird die Trauung vollzogen und der neue Herrscher nennt sich nun Graf von
Nassau-Merenberg. Ab 1355 wird Weilburg zum dauernden Sitz dieser Linie. Mit dem Tod der
Gertrud tritt eine Wende in die Geschichte der Merenberger ein, die die Ursache dafür sein dürfte, dass die Burg Merenberg ihre politische Bedeutung verliert.
Nach dem Tod seiner ersten Gattin heiratet Graf Johann von Nassau-Merenberg die Gräfin Johanna von
Saarbrücken. Sein Sohn Philipp I trägt noch 1381 den Titel Graf von Nassau-Saarbrücken-Merenberg, aber schon nach kurzer Zeit nennt er sich nur noch von
Nassau-Saarbrücken. Die Burg verliert an Bedeutung und in der Reformationszeit dürfte sie nicht mehr bewohnt gewesen sein, denn nach einer historischen Quelle ist sie Ende des 16. Jahrhunderts in einem so schlechten Zustand, dass man sie nicht zu inspizieren wagt.
Ich möchte aber noch einmal aus einem bestimmten Grund auf die frühe Blütezeit dieser Burg eingehen.
Die Ritter, die hier gelebt haben, haben nicht nur Kriege geführt und Gelder eingetrieben, sprich Politik gemacht.
Sie waren auch Träger der damaligen Kultur. Mit der Unterstützung der sakralen Bauten förderten sie auch die damalige Kunst, die vor allem auf die Kirchen fixiert war. Sie förderten damit das geistige Leben. So hatten die Merenberger Burgherren neben der in der Stadt vorhandenen Marienkapelle auch auf der Burg oder in der Nähe der Burg eine eigene Kapelle, die dem Erzengel Michael geweiht war. Wir wissen nicht mehr genau, wo die St. Michaels Kapelle stand. So wird die Kapelle an die Westseite der Burg angesiedelt und man spricht von Resten der Mauer. Ich kann diese nicht sehen.
Der schon von mir erwähnte Pfr. Schmidtborn spricht in seinem Buch von 1819 davon,
dass die St. Michael Kapelle vor der Burg, im Süden, war. Wie es auch sei, wir dürfen heute davon ausgehen,
dass wir uns "in der Nähe" dieses hl. Ortes befinden.
Aber ich möchte auch noch auf einen zweiten Punkt hinweisen.
Die damaligen Ritter haben nicht nur Krieg geführt und fromm gebetet, sondern sie haben auch gerne musiziert bzw. ganz bestimmten Musikern zugehört.
Es ist die Zeit der Troubadouren und der Minnesängern. Diese damaligen Stars zogen von Burg zu Burg und sangen ihre eigenen
Balladen vor. Sie waren modern ausgedrückt: Dichter und Komponisten und gleichzeitig vortragende Sänger.
In diesen Liedern geht es besonders um die zwischenmenschliche Liebe von Mann und Frau. Vielleicht haben sie schon mal von Walter von der Vogelweide gehört. Er war
damals ein Megastar, wie unsere Jugendlichen das heute nennen.
In unseren Burgsängern haben eine moderne Variante dieser Troubadouren und Minnesänger.
Die Evangelische St. Barbara Kirche zu Reichenborn
Die historischen Quellen zu dieser alten Kirche fehlen. Das gut erhaltene Gebäude lässt aber einige Einblicke in die Geschichte dieser Kirche zu.
Die frühgotische Chorturmanlage lässt vermuten, dass die Kapelle um 1250 gebaut wurde. Entsprechend dieser Zeit ist der Altarraum mit einem spitzbogigen Kreuzgratgewölbe überdeckt.
Die Bauart deutet auf eine Wehrkirche hin. Besonders die schießschartenähnlichen Fenstern an der Nordseite des Turmes lassen keinen Zweifel daran, dass diese Kirche ursprünglich als Gotteshaus und Wehranlage geplant war.
Von 1421 ist noch eine Glocke erhalten, die eine weibliche Figur aufgegossen hat. Möglicherweise ist es die
Patronen der Kirche, die Hl. Barbara. Die zweite (tiefe) Glocke wurde 1952 angeschafft.
In vorreformatorischer Zeit wurde die Kapelle von der Pfarrei Lahr versorgt. Ab 1534 (Reformation) gehört sie (wie auch die St. Jakobus Kirche /Merenberg) zu dem Kirchspiel Allendorf. Die Pfarrer und Kapläne von Allendorf (und Merenberg ) dienen in dieser Kirche bis 1817/18, als die Pfarrei Merenberg gegründet wurde.
Seit dieser Zeit gehört Reichenborn (wie auch Barig-Selbenhausen) zu der Ev. Kirchengemeinde Merenberg und der/die dortige Pfarrer/Pfarrerin hält den Gottesdienst nach jahrhundertalter Tradition einmal im Monat und an jedem zweiten großen Feiertag (mit Abendmahl).
Das Schiff ist 1655 durch eine Balkendecke mit Längsunterzug auf Holzpfeiler verändert worden.
Der Kanzelkorb ist von 1667, wie man der Inschrift entnehmen kann.
Die letzte Renovierung wurde 1968-1976 durchgeführt.
Die evangelische St. Jakobskirche, auch "Appenkirche" genannt, bei Merenberg
Die St. Jacobskirche bei Merenberg gibt seit langer Zeit auf Grund der dürftigen Quellenlage viele Rätsel auf. Bis auf den heutigen Tag hat sich der Beiname "Appenkirche" für die St. Jacobskirche im Volksmund erhalten.
Der Name "Appenkirchen", der in den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Quellen in Zusammenhang mit der St. Jacobskirche genannt wird,
lässt den Schluss zu, dass die Jacobskirche zu einer Ortschaft gehörte, die im Verlauf der
Jahrhunderte wüst wurde. Archäologisch sind diese Quellenbelege bis heute nicht durch Grabungen belegt worden. Allerdings dürfen wir nicht unsere heutigen Vorstellungen einer Siedlung zugrunde legen. Als Beispiel für eine Stadt sei hier die ungefähre Einwohnerzahl der Stadt Merenberg im Jahr 1610 angeführt, die mit 28 Haushalten ca. 180 Einwohner hatte. Folglich wird es sich bei einer Siedlung um die Jacobskirche nur um einige wenige Häuser gehandelt haben, die zudem nicht aus Stein errichtet wurden, wie die Kirche.
Die Jacobskirche wurde wohl in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts aus Basaltsteinen errichtet. Der romanische Kirchenbau besteht aus einem Langhaus, das fünf unterschiedlich große Fenster aufweist und flach gedeckt ist. Der etwas eingezogene Chor besitzt ein Kreuzgratgewölbe, sowie in der Mitte und an der rechten Seitenwand ein rundbogiges Fenster.
Im Chorraum, links des Mittelfensters an der Stirnwand, haben sich geringe Reste einer
mittelalterlichen Ausmalung erhalten. Es sind einige Figuren erhalten, die jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht näher bestimmt werden können. Wahrscheinlich handelt es sich um Szenen aus dem Leben Jesu oder um die Darstellung einer Heiligenlegende. Von der ursprünglichen Ausstattung hat sich lediglich ein schlichtes frühgotisches Sakramentshaus aus einem Holzstück an der linken Chotseite erhalten. Im Chorraum auf der rechten Seite ist eine Sakramentsnische zu sehen.
Ein Vergleich mit anderen spätromanischen Kirchen im Umkreis wirft die Frage der Größe auf. Mit dem fast 16m langen und 7m breiten Langhaus sowie einem Chor von 7 x 5m gehört die Jacobskirche nicht zu den kleinsten. Hier kann das Patronat weiterhelfen. Die mittelalterlichen Jacobskirchen lagen meist an den sogenannten Pilgerwegen, die alle in Spanien in Santiago de Compostela endeten. Ein Netz von Pilgerwegen gab es im ganzen Abendland, da eine Pilgerreise zum Grab des Apostels Jacobus für den mittelalterlichen Gläubigen von
großer Bedeutung war. So ist es durchaus denkbar, dass auch die Jacobskirche zu Appenkirchen eine solche Station für Pilgerreisende bildete bzw. ein Wallfahrtsort für die Umgebung darstellte.
Die Siedlung, zu der die Jacobskirche gehörte, verschwindet zu Beginn des 17. Jahrhunderts aus der schriftlichen Überlieferung, so dass davon auszugehen ist, dass seit dieser Zeit nur noch die Kirche mit Friedhof erhalten blieb. Bis zum heutigen Tag dient der Friedhof den
Merenbergern als Begräbnisstätte für ihre Toten. Die Jacobskirche ist eine von drei Totenkirchen in dieser Region, die als Reste wüst gewordener Siedlungen erhalten blieben."
Literatur:
Dehio, Georg, Handbuch der deutsch Kunstdenkmäler Hessen, bearbeitet von Magnus Backes, Darmstadt 1982, S. 620.
Oordt, Elisabeth/Albrecht van, Kirchen und Kirchspiele. In: Merenberg 850 Jahre, hg. Von der Gemeindeverwaltung, 1979, S. 58ff.
Diese Seiten wurden von Herr Pfarrer Michael Weber freundlicherweise zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle bedankt sich der Webmaster für die informativen Gespräche und die Überlassung der hier abgebildeten Informationen.
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