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Die Abwassergebühren steigen
(27.04.2002-Mrbg) Sitzung der Gemeindevertretung in Merenberg-Barig-SeIbenhausen
Die Gemeindevertretung Merenberg hat eine Änderung der Entwässerungssatzung
beschlossen, die für deutliche höhere Gebühren für Wasser und Abwasser
sorgen werden. Die Bürger Merenbergs werden somit erstmals zum 1. Dezember
diesen Jahres 2,70 Euro pro Kubikmeter Abwasser bezahlen. Bis 2005
werden die Gebühren im Jahretakt um weitere 40 Cent steigen. Die angepeilte
Gebühr von 3,90 Euro pro Kubikmeter wird dann erreicht sein. Der Peis für das
Wasser, zur Zeit 1,53 Euro, wird die Mitbürger aus Merenberg dann also 5,43
Euro pro Kubikmeter Wasser und Abwasser kosten. Im vergangenen September bekam
die gemeinde vom Hessischen Innenministerium eine Zuweisung aus dem
Landesausgleichsstock zum teilweisen Ausgleich von Rechnungsfehlbeträgen der
Jahre 1998 bis 2000 in Höhe von 1,5 Millionen Mark (rund 766.900 Euro).
Gleichzeitig wurde die Gemeinde darauf hin gewiesen, dass insbesondere die
Unterdeckung der Abwassergebührenhaushalte in diesem Zeitraum mit einem Minus
von rund 1,7 Millionen Mark (rund 869.100 Euro) zu Buche schlug. Das Ministerium
hatte die Gemeinde daher aufgefordert, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen und
forderte jetzt einen Bericht ein. Mit Vorlage dieses Berichts durch ein
Planungsbüro wurde ein kostendeckender Betrag von 4,21 Euro festgestellt. Aus
heutiger Sicht besteht also auch 2005 nach Abschluss der Erhöhungen eine
Unterdeckung von 31 Cent je Kubikmeter. CDU- SPD und Bürgerliste/FWG waren sich
einig, dass es sich hier um eine deutlich unpopuläre Entscheidung handele, die
aber durch den Druck der Kommunalaufsicht nicht zu umgehen sei. Dr. Peter
Alberts von den Grünen bemängelte jedoch, dass in die Berechnung des
Kostendeckungsbetrags Abschreibungen und die Verzinsung des vorhandenen
Anlagevermögens eingerechnet wurden. Die Kläranlagen der Gemeinde seien über
Beiträge finanziert worden; die Bürger hätten also bereits ihren Ton zur
Finanzierung beigetragen und würden über die hohen Abwassergebühren nochmals
zur Kasse gebeten. Bürgermeister Gerald Born bestätigte jedoch, dass die
Finanzierungsart bei der Berechnung durch das Planungsbüro berücksichtigt
wurde. Mit zwei Gegenstimmen wurde die Gebührenerhöhung von den
Gemeindevertretern auf den Weg gebracht. |